Ausprobiert: Welche Aquarellfarben sind die besten?

Welche Aquarellfarbe ist gut? Welche Farben leuchten ganz besonders intensiv? Unsere Kreativ-Reporterin Ulrike Siedl hat sich auf der Messe umgesehen und für euch getestet. Lies hier, welche Aquarellfarben und Aquarellpapiere Ulrike ausprobiert hat und was sie empfehlen kann.

Aquarellfarben im Test
 

„In diesem Jahr hatte ich das Glück, auf der Creative World Fachmesse einige Aquarellfarben und etliche Papiere von Hahnemühle zu erhalten, so dass ich sie zu Hause ganz in Ruhe ausprobieren konnte. Herausgekommen ist ein kunterbunter Vergleich von Farben und Papieren.

Hier die Aquarellfarben, die ich ausprobiert habe:

Aquarellfarben im Test

1. White Nights Aquarellfarbe aus Russland

2. Marie’s Aquarellfarbe aus China

3. Van Gogh Aquarellfarbe aus den Niederlanden

Erster Schritt: Mir eine Übersicht über die Aquarellfarben verschaffen
 

Für den ersten Schritt, nämlich die Farbübersichtskarte, habe ich als Referenz meine Pelikan Studio Aquarellfarben genutzt, mit denen ich seit Beginn meiner Aquarellmalerei total gerne male.

Aquarellfarben

Neben Aquarellfarben habe ich auch eine breite Auswahl an Aquarellpapieren von Hahnemühle mitgebracht, die natürlich für so einen Aquarellfarben-Vergleich einfach nur bestens geeignet sind. Zu den Papieren schreibe ich später mehr. Hier seht ihr die Farbkarten im Vergleich:

Übersicht Aquarell Farbkarten

Die Aquarellfarbe von Pelikan habe ich auf beiden Blättern immer unter die anderen Farben gemalt. Links seht ihr die Farben von Marie’s und rechts die White Nights Aquarellfarben. Es ist nicht ganz leicht, Bildunterschiede digital darzustellen. Insgesamt kann ich sagen, dass die Farben von Marie’s etwas kräftiger leuchten. 

Zweiter Schritt: Malen mit den Aquarellfarben
 

Ich liebe Schmetterlinge – also mussten sie auf das Papier - und zwar auf jedes mitgebrachte Papier. Die Umrisse habe ich locker aus der Hand vorgemalt und anschließend jeweils mit den Farben von White Nights  und Marie’s coloriert. Damit das Ergebnis in etwa vergleichbar ist, habe ich immer wieder die gleichen Mal-Schritte ausgeführt.

Zum Malen stand mir ein einfacher Aquarellpinsel. Größe 4 zur Verfügung.

Aquarell Schmetterlinge

Sieht dieser Schmetterlingsschwarm nicht wunderbar bunt aus?

Im nächsten Bild seht ihr oben die White Nights Farben und unten habe ich mit den Aquarellfarben von Marie’s gemalt:

Aquarell Test Vergleich

Dritter Schritt: Mein Fazit
 

Ich gebe zu, ich hatte bezüglich der Farben von Marie’s  ein echt blödes Vorurteil: „Kommt aus China – na ja, mal sehen...“ Das war jedoch völliger Quatsch. Im Gegenteil, die Farben haben mich überrascht! Sie sind meiner Meinung nach etwas strahlender als die White Nights Farben und verlaufen auch etwas besser miteinander. Die Pigmentierung ist wirklich gut. Es macht Spaß, mit ihnen zu malen. 

Die Aufmachung quasi als Aquarellmalerei to go mit Wassertankpinsel und Farbabstreifschwamm ist einfach nur genial. Den Kasten werde ich auf jeden Fall im Sommer am Strand ausprobieren.

Aquarellfarben Maries

Spaß macht es auch mit den Aquarellfarben von  White Nights zu malen, obwohl sie in ihrer Brillanz ein klein wenig im Vergleich mit den Farben von Marie’s schwächeln. Ihre Pigmentierung jedoch ist super und damit sind sie sehr ergiebig. Mit den kleinen Dots werde ich sicherlich noch ein paar Bilder malen können.

White nights Aquarellfarben

Extra-Empfehlung: Metallic Aquarellfarben
 

Der Metallglanz und die Brillanz der neuen van Gogh Aquarellfarben Interference & Metallic sind wirklich schwierig auf ein Foto zu bannen. Man muss sie einfach gesehen und natürlich ausprobiert haben.

Die Effekte sehen auf schwarzem Papier wirklich grandios aus. Was ich noch nicht ausprobiert habe, ist das Malen auf dunklen Aquarellbildern. Vielleicht auf einem Sternenhimmel. Auf jeden Fall eignen sie sich super für alles rund um Handlettering!

Van Gogh Aquarellfarben

Metall Aquarell Van Gogh

Vierter Schritt: Aquarellpapiere im Test
 

Auf der Messe habe ich mir verschiedene Sorten Aquarellpapier vom Messestand der Firma Hahnemühle (die gab es dort kostenlos) mitgenommen. 

Hier ein kleiner Überblick über meine Erfahrungen mit den Aquarellpapieren: 

  • Echt-Bütten Aquarell „Cézanne“, 300g/qm grano fino: Ein sehr saugfähiges Papier mit wunderbar feiner Textur.  Es vorher einmal anzufeuchten ist da echt sinnvoll.  
     
  • Echt-Bütten Aquarell „Cézanne“, 300g/qm grano grueso: Hier ist die Textur ist etwa rauer aber nicht dominant. Sie wirkt leicht wolkig und irgendwie elegant. Mit mehr Wasser arbeiten. 
     
  • Echt-Bütten Aquarell „Leonardo“, 600g/qm satiniert, hot pressed: Die satinierte Oberfläche  wirkt sehr „samtig“. Allerdings verlaufen die Farben darauf nicht so gut. 
     
  • Akademie Aquarell „Britannia“, 300g/qm grano fino, cold pressed: Gut zu malendes Papier, das eine leichte, Textur aufweist. Die Farben verlaufen darauf sehr gut. 
     
  • Akademie Aquarell „Britannia“, 300g/qm grano grueso: Sehr gut geeignet für Nass-in-Nass-Malerei. Die raue Textur ist schon beim Malen und natürlich nach dem Trocknen deutlich sichtbar. Auch ist sie kräftiger als die Textur des vergleichbaren Cézanne – Aquarellpapiers.
     
  • „Expressions“, 300g/qm grano fino, oberflächengeleimt: Ein wunderbares Papier mit einer ganz feinen Struktur. Die Farbe verläuft prima. Das Papier ist mein Favorit.  
     
  • Akademie Aquarell „D’Aqua“, 220g/qm grano grueso: Ein schönes Papier mit einer ebenfalls raueren Textur. Allerdings wellt es sich doch recht schnell beim Malen. Eignet sich daher weniger für die Nass-in-Nass-Technik. 
     
  • Akademie Aquarell „Burgund“, 250g/qm grano grueso: Das Papier ist ähnlich strukturiert wie das Britannia – Aquarellpapier. Obwohl es nur etwas schwerer ist als das „D’Aqua“- Papier wellt es sich beim Malen nicht.  
     
  • „Harmony“, 300g/qm grano satinado, oberflächengeleimt: Obwohl es sich super sanft anfühlt, hat es mir keinen Spaß gemalt, auf dem Papier zu malen. Es ist praktisch kein Verlauf möglich. Das Papier ist nichts für mich, hat aber sicherlich auch seine Berechtigung. 

Natürlich habe ich anschließend auch ausprobiert, wie ich mit Finelinern malen konnte. Ich konnte auf allen Papieren gut malen. Auf den glatten Papieren besser, logisch. Tatsächlich hilft sowohl bei den Farben aber noch viel mehr beim Papier nur Ausprobieren.

Wichtig ist, dass es nicht immer an einem Mangel an Talent oder Können (wobei ich das Bewerten ohnehin recht kritisch sehe!) liegen muss, wenn das Ergebnis nicht befriedigt - es kann auch einfach am Papier und den Farben liegen!

Ich hoffe, meine Empfehlungen können dir weiterhelfen, auch für dich die passenden Aquarellfarben und Aquarellpapiere zu finden. Viel Spaß beim Kreativwerden!

Deine Ulrike“

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